Aufgrund guter Wirtschaftsdaten wird Afrika in der Öffentlichkeit heute zunehmend als Kontinent der Chancen wahrgenommen. Zugleich herrscht in Afrika Bildungsnotstand: Demographischer Druck trifft auf Bildungssysteme, die weder quantitativ noch
qualitativ dem heutigen und zukünftigen Bedarf des Arbeitsmarkts und den nationalen Entwicklungsherausforderungen gerecht werden. Wird hier nicht schnell Abhilfe geschaffen, besteht die Gefahr, dass wirtschaftliche und politische Chancen ungenutzt bleiben.

Der DAAD ist daher der Auffassung, dass eine deutsche Initiative für die Zusammenarbeit mit Afrika auch und gerade eine partnerschaftlich angelegte Bildungsoffensive sein sollte. Das vorliegende Strategiepapier legt – den strategischen Handlungsfeldern des DAAD entsprechend – seinen Fokus insbesondere auf die Entwicklung der Hochschulen in Lehre, Forschung und institutionellem Aufbau. Leistungsstarke Hochschulen sind der Schlüssel für ein insgesamt funktionierendes Bildungssystem und somit auch eine entscheidende Voraussetzung für den Aufbau eigenständiger Forschungs- und Entwicklungskapazitäten.

Die DAAD-Strategie zur akademischen Zusammenarbeit mit den Ländern Subsahara-Afrikas ist das Ergebnis eines intensiven Dialogprozesses, in den deutsche und afrikanische Hochschulen, DAAD-Alumni, Hochschulverbände und politische Organisationen in Afrika einbezogen wurden.

Für den Zeitraum 2015-2020 werden fünf Handlungsfelder definiert:

  1. Aus- und Fortbildung von Hochschullehrernachwuchs  durch Stipendien in Deutschland und an leistungsstarken Universitäten in Afrika
  2. Aufbau eigener Kapazitäten für Graduiertenausbildung und Forschung an afrikanischen Hochschulen
  3. Hochschulen als wirksame Akteure gesellschaftlicher Entwicklung stärken: Insbesondere durch arbeitsmarktrelevante Studiengänge, angewandte Forschung und Beratung, Wissenstransfer in die Wirtschaft und unternehmerisches Engagement der Absolventen sowie durch sozial- und rechtswissenschaftliche Expertise und zivilgesellschaftliche Dialogkultur
  4. Deutschen Hochschulen den Zugang zum afrikanischen Kontinent erleichtern und Wissen über Deutschland in Afrika vermitteln – vorhandene Kooperationsinteressen aufgreifen und durch geeignete Förderprogramme zusätzliche Möglichkeiten eröffnen
  5. Synergien und Kooperationen stärken – Schulterschluss zwischen deutschen und afrikanischen Akteuren insbesondere mit den regionalen afrikanischen Hochschulverbänden (AAU, CAMES, IUCEA und SARUA) herstellen.

Zur Erreichung dieser Zielsetzungen sollen bereits etablierte DAAD-Programme genutzt aber auch neue Modelle entwickelt werden. Die zur Umsetzung der Strategie notwendige quantitative und qualitative Erweiterung des Programmportfolios ist einerseits
durch Mittelumschichtung, andererseits durch Mittelakquise bei deutschen, afrikanischen und internationalen Geldgebern zu erreichen.

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